20 Jahre DW-Café: Ein Ort der Begegnung feiert Jubiläum
Lampertheim / Kreis Bergstraße – Was vor zwei Jahrzehnten als mutige Idee begann, ist heute aus dem sozialen Gefüge der Region nicht mehr wegzudenken: Das DW-Café (damals Diakonisches Werk Bergstraße) der Regionalen Diakonie Südhessen feiert sein 20-jähriges Bestehen. Das DW-Café hat sich über zwei Jahrzehnte von einem lockeren Treffpunkt zu einer unverzichtbaren Institution der Jugendberufshilfe im Ried entwickelt.
Die Entstehung: Ein Pionierprojekt für junge Menschen
Die Geburtsstunde schlug im März 2006, als das Projekt offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Damals, als ein eigener Internetzugang noch keine Selbstverständlichkeit war, startete das Angebot mittwochs von 14:30 bis 17:00 Uhr als eine innovative Mischung aus Internet-Café und Beratung. Die Resonanz war von Beginn an enorm: Durchschnittlich 15 bis 20 Jugendliche nutzten wöchentlich die Computer – die eine Hälfte zur gezielten Berufsrecherche und für Bewerbungsschreiben, die andere Hälfte, um den damals noch seltenen kostenlosen Internetzugang zu nutzen. Bei Kaffee und Tee entstand so ein niederschwelliger Raum, der viele junge Menschen erreichte, die sonst den Weg in klassische Beratungsstellen gescheut hätten.
Kontinuität und Professionalisierung
Die innovative Kombination aus Internet‑Café und Beratung wurde von Beginn an gut genutzt. Mit Kerstin Biehals Wechsel in die Jugendberufshilfe im Juli 2008 konnte das Angebot weitergeführt und zugleich verstetigt werden. Über 14 Jahre hinweg prägte insbesondere Tatjana Maier-Borst das Angebot, bevor sie im September 2022 von Janine Klingler abgelöst wurde. Durch diese personelle Kontinuität konnte die Fachstelle Jugendberufshilfe stets eine Vollzeitstelle für die Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorhalten. Ursprünglich für das Kern-Ried (Lampertheim, Bürstadt, Groß-Rohrheim und Biblis) zuständig, wurde das Einzugsgebiet später um Lorsch erweitert, um die Stellenanteile nachhaltig zu sichern. Die Fachstelle Jugendberufshilfe wird vom Kreis Bergstraße gefördert.
Aktueller Stand 2026: Der Ausbildungs- und Bewerbungstreff
Heute hat sich der Fokus des Angebots deutlich gewandelt. Im Jahr 2026 lockt nicht mehr der kostenlose Internetzugang – der dank Smartphones heute allgegenwärtig ist –, sondern die fachliche Expertise und die intensive Begleitung sowie die vorhandene Hardware. Denn auch ein Drucker ist nach wie vor nicht selbstverständlich.
- Taktung: Um den Bewerbungsprozess engmaschiger und effektiver zu begleiten, findet der Treff mittlerweile zweimal wöchentlich statt. Dies ermöglicht eine enorme Dynamik: Wer beispielsweise dienstags einen Entwurf beginnt, kann diesen bereits am Donnerstag finalisieren und versenden.
- Inhalt: Im Vordergrund stehen die individuelle Erstellung von professionellen Bewerbungsunterlagen, die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und die Klärung von Hemmnissen beim Berufseinstieg.
- Individuelle Begleitung: Es geht längst nicht mehr nur um das bloße Tippen. Janine Klingler und Kerstin Biehal bieten praktische Hilfestellungen im gesamten Bewerbungsverfahren – von der Analyse von Stellenanzeigen über das Erstellen moderner Lebensläufe bis hin zum Coaching für Vorstellungsgespräche. Zudem wird das Angebot dienstags und donnerstags jeweils durch eine Übungsleiterin unterstützt, sodass für die kontinuierliche Umsetzung der offenen Sprechstunde immer wieder zusätzliche Fördergelder erforderlich sind.
- Zahlen & Fakten: Im Jahr 2025 ist das Angebot anhaltend gefragt. Die durchschnittliche Teilnehmendenzahl lag bei vier Personen pro Termin. Bei insgesamt 90 stattgefundenen Terminen wurden 71 unterschiedliche junge Menschen erreicht. Diese Zahlen belegen eine anhaltend gute Nutzung des Angebots in der Region Ried.
Ausblick: Begleitung in einer digitalen Arbeitswelt
Auch nach 20 Jahren bleibt der Ausbildungs- und Bewerbungstreff am Puls der Zeit. Während die Technik (vom Röhrenmonitor zum High-Speed-Laptop) gewechselt hat, bleibt der Kern der Arbeit derselbe: Jungen Menschen im Ried eine Stimme zu geben und sie zu befähigen, die ersten wichtigen Schritte in ihrer beruflichen Zukunft sicher zu gehen. Das Team um Janine Klingler und Kerstin Biehal blickt motiviert in die Zukunft, um weiterhin als verlässliche Anlaufstelle zwischen Schule und Beruf zu fungieren.
Ansprechpartnerinnen für Rückfragen:
Janine Klingler & Kerstin Biehal der Fachstelle Jugendberufshilfe Ried Regionale Diakonie Südhessen Industriestraße 35 in Lampertheim Telefon: 06206-929912 Mail: jugendberufshilfe.bergstrasse@regionale-diakonie.de Ausbildungs- und Bewerbungstreff: jeden Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 16:00 Uhr
Über die Regionale Diakonie Südhessen
In der Regionalen Diakonie Südhessen engagieren sich rund 300 Mitarbeitende mit und für Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen Hilfe in ihrer Lebenssituation benötigen. In mehr als 30 diakonischen Arbeitsfeldern in den Bereichen Beratungsdienste, Teilhabeleistungen, Wohnungsnotfallhilfe und Tafelarbeit unterstützt die Diakonie Menschen in allen Lebensphasen und Lebenssituationen. Die Regionale Diakonie Südhessen ist ein Zusammenschluss aus den bisherigen drei Regionalen Diakonien Bergstraße, Darmstadt-Dieburg und Odenwald. Seit dem 01.01.2026 sendet der Sozialverband in seiner neuen Struktur ein noch stärkeres Signal in die Landkreise.
